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Gerade habe ich von einem Vorfall in Bitterfeld-Wolfen gelesen, der leider wieder zeigt, dass man das Thema Sicherheit nicht komplett ausblenden sollte. Ich erwähne in meinen Videos immer wieder, dass ich mein Equipment in meiner Heimatstadt, wann immer es geht, sicher verstaue und am Zielort dann meist nur noch einem leeren Rucksack auf dem Rücken habe.
Am Dienstagabend ist einem 36-Jährigen auf einem Parkplatz an der Wittener Straße in Wolfen mehrfach in den Rücken gestochen worden. Nach Angaben der Polizei wurde der Mann gegen 19 Uhr von drei Personen angesprochen. Diese sollen Geld und Zigaretten gefordert haben. Als er der Forderung nicht nachkam und seinen Weg fortsetzte, eskalierte die Situation.
Unabhängig davon, was im Detail dahintersteckt, zeigt so ein Fall für mich einmal mehr, warum ich meine Fotoausrüstung in meiner Heimat nur sehr selten offen und sichtbar trage. Ich laufe also ungern mit der Kamera in der Hand und somit für jeden deutlich erkennbar durch die Stadt, sondern versuche, meine Sachen möglichst unauffällig zu transportieren. Auch bevorzuge ich eher die Morgenstunden als den Abend, abgesehen davon das ich Frühaufsteher bin, ist es auch eine Frage der Sicherheit für mich geworden.
Mir ist natürlich klar, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gibt. Wenn jemand wirklich etwas Böses vorhat, hilft auch Vorsicht nicht. Aber ich persönlich möchte solche Situationen gar nicht erst unnötig provozieren.
Dazu kommt, dass es leider auch im Zusammenhang mit Fotografie hier bei uns schon Vorfälle gegeben hat. An der Goitzsche als Beispiel wurde vor ein paar Jahren am Abend ein Fotograf zusammengeschlagen, während die Täter anschließend mit der kompletten Ausrüstung unerkannt entkommen konnten. Genau solche Geschichten bleiben einem im dann doch im Kopf.
Wichtig ist mir dabei aber auch, eines ganz klar zu sagen: Ich möchte daraus keine politische Diskussion machen. Es geht mir weder um Schuldzuweisungen noch um irgendwelche Grundsatzdebatten. Mir geht es rein um mein persönliches Vorgehen im Alltag und um die Frage, wie man als Fotograf mit teurer Ausrüstung möglichst unauffällig und vernünftig unterwegs ist.
Für mich heißt das ganz einfach: Ich möchte fotografieren und filmen und unterwegs sein, aber ich muss meine Ausrüstung nicht offen präsentieren wie auf einer kleinen Wanderausstellung für Langfinger.
Wie seht ihr das? Tragt ihr eure Kamera offen durch die Stadt oder seid ihr auch eher zurückhaltend und versucht, möglichst unauffällig unterwegs zu sein?